Candidasa, Indonesien, 09.04.2003 (43785 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7   Kuta - ein halbes Jahr danach

Der einzige Einheimische am Ort ist ein Reporter der Tageszeitung von Kuta. Er kommt seit dem Oktober jeden Tag hierher und dokumentiert die Vorgänge nach dem Anschlag. Er ist jedoch genau so wenig informiert von den heutigen Ereignissen: "Die sagen nicht, was sie hier machen."

"Ich glaube langsam, sie haben Angst um ihre Exklusivaufnahmen."




Als die Dreharbeiten abgeschlossen sind, bedankt sich der Koordinator bei den Verletzten dafür, daß sie an diesem Treffen teilgenommen haben. Sie würden nun in das Hotel zurückgefahren und hätten den Rest des Tages zur freien Verfügung. Als die Gruppe in mehrere Minibusse einsteigt, kommt die Lady im weißen Kleid noch einmal auf mich und den Kuta-Reporter zu. "Veröffentlichen Sie bitte keine Bilder innerhalb der nächsten drei Wochen!"

"Sind Sie von den Medien oder eine Angehörige der Verletzten?" frage ich.

"Die Familien sind mit uns hier", weicht sie billig aus.

Wir wechseln kein weiteres Wort mehr. Sie weiß, daß sie mit weiterer Beharrlichkeit nur unsere Neugier steigern würde. An einem Verkauf solcher Fotos ist mir wirklich nicht gelegen. Aber ich hätte zu gern gewußt, was für ein Spiel sie mit den Terroropfern getrieben haben.

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