Candidasa, Indonesien, 09.04.2003 (43785 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7   Kuta - ein halbes Jahr danach

Außer mir beobachten rund 20 weitere Zuschauer diese gespenstisch anmutende Veranstaltung. Wie einige von ihnen fotografiere auch ich. Nach ein paar Minuten kommt eine Dame in weißem Kleid und mit Sonnenbrille auf mich zu und fragt, ob ich Tourist sei oder Journalist. Da ich annehme, daß sie eine Angehörige der Bombenopfer ist, gebe ich ihr Auskunft: "Beides - ich reise und schreibe darüber in Zeitungen und Magazinen."

"Wo veröffentlichen Sie?"

Noch immer kein Argwohn bei mir: "In Deutschland."

"Schicken Sie bitte keine Bilder nach Australien. Die Familien sind hier. Wir möchten nicht, daß die Bilder nach Australien gehen."

Nun ruft sie demjenigen, der die Kameraaufnahmen koordiniert, zu, ich sei ein Journalist aus Deutschland. Der ruft irgend etwas zurück.

Was soll das ganze? Das interessiert doch keinen.



Die mysteriöse Medien-Inszenierung.

"Bitte fotografieren Sie nicht weiter. Dies ist ein sehr privates Treffen", sagt die Lady bestimmt zu mir.

"Dafür sind aber ziemlich große Kameras da!" entgegne ich. "Was geht denn hier vor sich?"

Sie antwortet nicht darauf, sondern sagt nur: "Es ist privat."

Sie lügt. Und sie ist falsch.

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