Kuta, Timorsee, 20.03.2003 (43603 Kilometer)
Im Laufe der letzten Tage sind weitere Crew-Mitglieder eingetroffen. Yves, der 49jährige Franzose mit brasilianischem Paß, war bereits vor mir an Bord. Greg, ein Ingenieur aus Darwin im gleichen Alter, hat die Yacht im Hafen gesehen und sich kurzentschlossen für diesen Trip entschieden. Schließlich treffen auch noch Jerry und Ed ein, zwei junge Australier aus Sydney, die viel nautische Erfahrung mitbringen. Wie auch Phil leben sie davon, Boote zu überführen, meist Motorboote in den Gewässern östlich von Australien. Diese Reise läuft für sie allerdings unter Freizeitvergnügen. Außer mir fahren alle mit bis nach Singapur; ich werde mich in Bali von der Crew verabschieden.

Yves ist eine ziemlich undurchsichtige Figur. Er sagt, er habe viele Jahre lang auf Schweizer Botschaften in verschiedenen Ländern gearbeitet. In Brasilien habe er eine Frau, von der er inzwischen aber getrennt lebe. Er habe nach der Trennung in der Karibik günstig eine Yacht kaufen können, mit der er um Kap Hoorn gesegelt sei und dann weiter nach Neuseeland. Das Boot liege nun dort in einem Hafen. Die Weiterfahrt nach Südostasien sei ihm zu dieser Jahreszeit zu heikel gewesen, er wolle sich das erst einmal zusammen mit erfahreneren Leuten anschauen. - Es gab zunächst eigentlich keinen Grund, das alles nicht zu glauben.
Die letzten zehn Tage vor dem Start verbrachte er damit, Sponsoren zu finden. Er hatte zwar noch nicht gesagt, wofür eigentlich, aber als er mich bat, ihn doch zu seinem Treffen mit dem Bürgermeister von Darwin zu begleiten, willigte ich gern ein. Falls es bei der Abreise Schwierigkeiten wegen meines Australien-Visums geben sollte, das bereits vor einem Monat abgelaufen war, konnte mir die Bekanntschaft mit dem Bürgermeister vielleicht ganz nützlich sein.
weiter