Kuta, Timorsee, 20.03.2003 (43603 Kilometer)
Eigentümer der "Lionheart" ist ein Amerikaner, der in Singapur lebt und sein Prunkstück noch nie leibhaftig gesehen hat. Er hat es erst vor kurzem über das Internet gekauft und dann Phil mit der Überführung des Bootes von Los Angeles nach Asien beauftragt. 350.000 US$ sei ein Schnäppchenpreis gewesen, sagt Phil: "Der tatsächliche Wert dürfte bei etwa 500.000 Dollar liegen." Ungefähr 10 Prozent des Wertes müsse man übrigens jährlich für die Instandhaltung kalkulieren.

Josefs Yacht erschien mir ja mit Kühlschrank, Herd und der gemütlichen Sitzecke schon sehr komfortabel. Dieses Boot aber bietet Luxus pur: zwei Toiletten, die auch mit Duschen ausgerüstet sind, einen Generator zur Stromerzeugung, zwei Kühlschränke, eine Gefriertruhe, Mikrowelle sowie modernste Navigations- und Kommunikationsinstrumente. Und sogar eine Entsalzungsanlage ist eingebaut; sie produziert 130 Liter Frischwasser in der Stunde. Die Yacht ist auf den Seychellen registriert, läuft also nicht unter amerikanischer Flagge, was angesichts der weltpolitischen Lage von Vorteil sein kann.
Der Aufbruch verzögert sich um einige Tage. Wir müssen Zyklon Craig vorbeiziehen lassen. Die Zeitungen berichten täglich über seine Entwicklung und seine voraussichtliche Route, im Rundfunk kommen halbstündlich Hinweise, daß man sich auf Stromausfall vorbereiten und Vorräte anlegen solle. In Darwin beobachtet man nahende Zyklone besonders argwöhnisch - die Stadt wurde am Weihnachtstag des Jahres 1974 von "Cyclone Tracy" fast vollständig zerstört.
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