Mt. Isa, Australien, 06.02.2003 (41749 Kilometer)
Ein Känguruh springt von der Seite herbei und hoppelt dann auf dem Asphalt vor mir her. Es ist schneller als ich, scheint aber ein wenig anhänglich zu sein. Wenn der Abstand zwischen uns zu groß wird, wartet es in Hockstellung auf seinen Schwanz gestützt und schaut über die schmale Schulter zurück, bis ich wieder auf hundert Meter herangekommen bin. Dann hoppelt es weiter, wartet wieder, schaut mich an und setzt seinen Weg fort, wenn ich aufgeholt habe. Ich habe einen neuen Freund.

Zwei Kilometer geht das so. Ich radele links, wie sich das in Australien gehört, mein Freund hat sich die rechte Fahrspur ausgesucht.
Dann kommt ein Road Train von vorn. Einer dieser Superlastwagen mit drei Anhängern und 50 Metern Länge und rund 100 Tonnen Gewicht. Der Fahrer weicht schon weit im Voraus auf die andere Spur aus, aber das Känguruh wechselt auf die gleiche Seite. Der Road Train geht zurück auf seine linke Spur. Es ist nicht zu fassen: Das Känguruh folgt. Es hoppelt fröhlich direkt dem Truck entgegen. Soll ich mir nun also ansehen, wie solch ein Unfall vor sich geht? Die beiden sind nur noch Sekunden voneinander entfernt.
Spring doch endlich von der Straße!
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