Mt. Isa, Australien, 06.02.2003 (41749 Kilometer)
Martha an der Theke vom "Central Hotel" hat mich vor den Nachtfahrten gewarnt - wegen der Känguruhs. In jenem Augenblick war ihr wohl gerade nicht bewußt, daß ich mit einem Fahrrad unterwegs bin. Für Autofahrer bedeuten die Känguruhs tatsächlich eine Gefahr, da sie - vom Scheinwerferlicht geblendet - am Straßenrand verharren und oft im ungünstigsten Moment weiterspringen. Dann landen sie in der Windschutzscheibe, was für beide Unfallparteien fatal sein kann.

Selbst mein Fahrradscheinwerfer lockt die Tiere an. Immer wieder queren Känguruhs wenige Meter vor dem Vorderrad den Asphalt. Kurz darauf ein Klingeln auf der anderen Seite der Straße, sphärische Klänge beinahe, wenn die Tiere in den Weidezaun hüpfen oder sich durch die weiten Maschen zwängen und die langen Drähte klingen lassen wie gezupfte Saiten.
In den frühen Morgenstunden kommt noch mehr Leben in das Outback. Nun sind unzählige Känguruhs unterwegs, überall hüpfen große und kleine Punkte durch die Buschlandschaft. Graziös und mit einer unglaublichen Ausdauer springen die Tiere über die rote Erde. Das ist wahrhaftig eine sehr aufwendige Art der Fortbewegung. Kein Wunder, daß Känguruhfleisch nahezu fettfrei ist.
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