Mt. Isa, Australien, 06.02.2003 (41749 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8   Nachts

Zwei Stunden nach Mitternacht ist es immer noch knapp 30 Grad warm. Ein paar Betrunkene auf der Hauptstraße von Longreach grölen hinter mir her. Ein Streifenwagen fährt vorüber, die Polizisten winken mir zu. Vor zwei Tagen habe ich sie auf der Wache besucht und nach Wasserstellen auf dem Weg nach Winton gefragt. Sie zeigten mir auf der Karte zwei Rastplätze, aber garantieren wollten sie nicht dafür, daß in den Wassertanks auch wirklich Wasser ist.




Da der Platz auf den Gepäckträgern knapp wurde, habe ich mir noch einen kleinen Rucksack für den Wassersack zugelegt. Doch es radelt sich nicht gerade sehr bequem mit sieben Kilogramm auf dem Rücken, zumal das Wasser in dem Wassersack hin- und herschwabbelt und sich diese Unruhe auf das Fahrrad überträgt.

Fahrten durch die Dunkelheit haben immer etwas Unwirkliches an sich. So ist es auch jetzt wieder. Das schwache Mondlicht läßt der Phantasie viel Raum, weil die Dinge manchmal nicht zu identifizieren sind. Baumstümpfe und schmale Büsche werden zu Menschen, Steine scheinen Tiere zu sein, stillstehende Dinge bewegen sich langsam. Auch nach 20 Kilometern ist hinter mir noch eine Lichtkuppel zu erkennen: die Lichter von Longreach, einer Oase der Zivilisation.

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