Rockhampton, Australien, 16.01.2003 (40378 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9   Sydney underground

Ein paar Tage später springt der Kilometerzähler auf 40.000. Nach gut zwei Jahren ist damit eigentlich die Erde inklusive aller Ozeane umradelt. Unerklärlicherweise sind es trotzdem noch über 20.000 Kilometer zurück nach Erlangen.

Direkt vor Rockhampton überquere ich zum sechsten Mal auf dieser Reise den Wendekreis des Steinbocks. Parallel zu dieser fiktiven Linie werde ich auf dem "Capricorn Highway" ins Outback starten, in das Landesinnere Australiens - leider zur ungünstigsten Jahreszeit. Im Sommer klettern die Temperaturen in dieser leeren Buschlandschaft häufig weit über die 40-Grad-Marke.



40.000! Warum bin ich eigentlich noch nicht wieder zu Hause?

"Wenn es allzu heiß wird, muß ich wohl nachts radeln", sage ich zu Cyndi im Roadhouse kurz vor Miriam Vale.

"Das ist gefährlich!" meint sie. "Da sind die Road Trains unterwegs. Die Fahrer schlafen tagsüber und fahren nachts, weil dann niemand anders unterwegs ist, der sie behindert." - Die Kings of the Road in ihren 50 Meter langen Lastwagen mit bis zu vier Anhängern haben den Ruf, für nichts und niemanden zu stoppen. Die vielen toten Känguruhs und auch ausgewachsene Rinderleichen am Straßenrand gehen auf ihr Konto.

Jemand anders in Rockhampton sagt hingegen, daß wegen der schon sechs Jahre anhaltenden Dürre in Australien die Viehwirtschaft stark gelitten habe und deswegen auch nicht so viele Road Trains unterwegs seien. "Die Road Trains transportieren ja hauptsächlich Rinder."

Wie so oft: widersprüchliche Informationen. Letztlich muß man die Erfahrungen selbst machen. Man muß einfach losfahren.


ENDE

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