Cabarita Beach, Australien, 21.12.2002 (39500 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9 | Seite 10   "Listen to the Earth" oder "Die Botschaft der Aborigines"

Das erste Känguruh, das ich in Australien sah, war ziemlich angefressen. Es muß schon eine ganze Weile hier am Straßenrand zugebracht haben. Blank um die Rippen und mit einem zum Teil blanken Schwanz. Überhaupt war nur am Schwanz zu erkennen, daß es einmal ein Känguruh war und nicht etwa ein Hund. Viel größer als Schäferhunde sind die gewöhnlichen Känguruhs nämlich gar nicht. Manch Australier weist gern darauf hin, daß es ja auch "Wallabys" seien. Schaut man dann in einem schlauen Buch nach, erfährt man, was Wallabys sind: Känguruhs.




Das angefressene Känguruh lag neben einer Schotterpiste, die kaum befahren war. Trotzdem war das arme Tier bestimmt nicht an Herzversagen gestorben. Nur ein paar Kilometer weiter - inzwischen wieder auf einer größeren Straße - dann das zweite Känguruh. Ebenfalls angefahren, aber wesentlich frischer. Ein paar Hundert Meter danach das dritte.

Auf dem weiteren Weg nach Canberra gab es Streckenabschnitte, auf denen es angeraten war, vorausschauend zu atmen, immer zwischen zwei Kadavern, denn sie stinken wirklich bestialisch. Äußerst unangenehm ist das unsichtbare Fleisch, das im Gebüsch neben der Straße verwest. Ohne Vorwarnung ziehst du mitunter eine satte Wolke dieser modernden Känguruh-Moleküle ein, und jedesmal hat du das Gefühl, du hast dir nun auch den Tod in die Lungen gesogen oder zumindest eine häßliche Seuche.

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