Moss Vale, Australien, 1.12.2002 (38435 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9   Die letzte Reise der "America Star"

Seitdem wir beim Cape Reinga die Küste Neuseelands verlassen haben, ist die See wesentlich rauher geworden. Die Tasman Sea ist bekannt für ihre Wildheit. Bei mir kommt wieder Übelkeit auf, wenn es auch nicht so schlimm ist wie damals in den ersten drei Tagen auf der Segelyacht zwischen Kapstadt und Recife.

Bill überreicht mir sein Schockarmband mit der Bitte, nicht nebenher auch noch andere Maßnahmen zu versuchen. Er hatte es schon einem anderen Passagier ausgeliehen, der dann auf den Pitcairn Islands ausgestiegen ist. Da der Proband aber außerdem noch Tabletten gegen Seekrankheit nahm und überdies spezielle Pflaster auf seinen Nacken klebte, ließ sich keine Aussage über die Wirksamkeit des Armbandes machen.



Die Passagiere in der Lounge. Von links: Pirkko, Jan, Nancy (die Ältere), Nancy, Collin, Bill. Es fehlt Lilias.

Von weitem sieht das Ding aus wie eine Armbanduhr. Man trägt es allerdings auf der Unterseite des Handgelenks. Das Gerät ist so zu positionieren, daß die beiden Elektroden auf den Nerv wirken, der den Mittelfinger versorgt. Die Stärke der Elektroschocks (oder -schöckchen) läßt sich in fünf Stufen einstellen. Ein Kontaktgel verbessert die Intensität. Richtig positioniert und bei höchster Stufe bewirkt das Gerät, daß man rhythmisch mit den Schocks unwillkürlich den Mittelfinger streckt. Mit der Stufe drei läßt sich das vermeiden.

Nach einem Tag geht es mir tatsächlich besser. Ob das wirklich auf das Armband zurückzuführen ist? Oder ist die See doch wieder ruhiger geworden? Wahrscheinlich nicht, denn inzwischen fühlt sich auch Bill nicht mehr so gut, und nachdem er das Band zwölf Stunden getragen hat, sieht er auch wieder besser aus.

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