Moss Vale, Australien, 1.12.2002 (38435 Kilometer)
Sie erklärt uns auch die Gründe für die Verspätung dieses Schiffes: Im Pazifik wurde der Kapitän informiert, daß eine Funkboje in seiner Umgebung Notsignale aussende. Nach den Gesetzen auf hoher See hat dasjenige Schiff zu Hilfe zu eilen, das den in Seenot geratenen am nächsten ist. Der Umweg kostete sie in der Weite des Ozeans mehr als einen Tag. Sie erspähten die Boje auch erst, nachdem Flugzeuge Leuchtbomben rechts und links des Signalkörpers abwarfen. Der Versuch, die Boje einzufangen, schlug jedoch fehl. Falls hier tatsächlich eine Segelyacht gesunken ist, kam allerdings sowieso ihre Hilfe zu spät.

Kurz nach Sonnenuntergang legt die "America Star" ab; rasch entfernt sich Aucklands Skyline. Das Schiff ist etwa viermal so schnell wie die Yacht, mit der ich vor einem Jahr von Kapstadt nach Brasilien segelte. Zunächst geht unsere Fahrt nach Norden, da wir vor dem Einschwenken auf westlichen Kurs das Cape Reinga umrunden müssen. Die See ist in dieser Nacht sehr ruhig; von der befürchteten Seekrankheit bei mir keine Spur.
"So ist es auf dem ganzen Weg durch den Pazifik auch gewesen", sagt Bill am nächsten Morgen beim Frühstück. Der 65jähriger Amerikaner unternimmt zusammen mit seiner Frau Nancy zum ersten Mal eine solche Schiffsreise. Sein Sohn hatte ihm beim Abschied ein elektronisches Armband geschenkt, das leichte Schocks auf die Handgelenksnerven gibt und gegen Seekrankheit helfen soll. Bisher haben sie es nicht gebraucht.
weiter