Moss Vale, Australien, 1.12.2002 (38435 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9   Die letzte Reise der "America Star"

Bei einer ersten Erkundungstour unter Deck fliegt mir aus einer Tür eine satte Alkoholwolke entgegen: Rum oder Bourbon oder so etwas ähnliches. Ich werfe einen Blick in den Raum und sehe eine Lounge mit gepolsterten Möbeln, einer großen Bücherwand aus dunklem Holz, einem Fernseher mit Videorecorder und einer kleinen Bar. Dort beschäftigt Collin den Barkeeper offenbar schon seit einiger Zeit.

Collin ist ein paar Stunden vor uns an Bord gegangen, um die Verladung seines Reisegepäcks mitzuverfolgen - zweier Container mit Rennpferden. Für den Neuseeländer ist diese Fahrt nach Melbourne eine Dienstreise, wie er sie in den letzten vier Jahren schon 60mal gemacht hat. Seine Aufgabe ist es, Pferde, die in Neuseeland großgezogen und dann in Australien auf die Rennbahnen geschickt werden, während der Überfahrt zu betreuen. "Die teureren Pferde - 35.000 US$ und aufwärts - fliegen. Diese hier sind etwa 17.000 Dollar wert, da wäre der Flug unverhältnismäßig teuer. Mit dem Schiff kostet der Transport nur die Hälfte", erklärt er.



Collin versorgt seine Rennpferde.

Die Tiere werden in speziellen Containern transportiert, die entfernt Ähnlichkeit mit großen Würstchenbuden haben. Sie stehen in der Mitte des Schiffes, umgeben von Bergen anderer Container, so daß die Pferde vor Wind und Seewasser geschützt sind. Dreimal täglich wird Collin während der Reise dorthin marschieren, um auszumisten und die Tiere zu füttern.

weiter

Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9