Tasman Sea, Neuseeland, 14.11.2002 (37443 Kilometer)
Tom hat, nachdem die Arbeit an Haus und Grundstück kein Fulltime-Job mehr ist, Lehrtätigkeit an der Technischen Hochschule in Nelson aufgenommen. Zeitweise arbeitet er auch auf einem benachbarten Weingut. Nicole und Tom haben selbst schon mit dem Gedanken gespielt, Wein anzubauen, doch das Risiko ist sehr groß. "Der Aufwand ist hoch, und Schädlinge können leicht die gesamte Ernte zerstören." - Wichtig bei dem Versuch, in Neuseeland Fuß zu fassen, sind gute Kontakte und Flexibilität. Und ein gesundes Selbstvertrauen, wie es den Neuseeländern eigen ist: Wenn man mal irgendwo beim Hausbau mit angepackt hat, dann sollte man sich ruhig als "Builder" bezeichnen - auch ohne irgendwelche amtlichen Prüfungen.
Die Kinder haben sich ebenfalls längst in Neuseeland eingelebt. Charly, der Jüngste, spricht besser Englisch als Deutsch, Hobbys der drei älteren Jungen sind landestypische Sportarten wie Rugby und Baseball.

Im Hafen in Nelson erkundigen sich Tom und ich nach Schiffsverbindungen Richtung Australien. Nach allen bisherigen Informationen hatte ich eigentlich annehmen dürfen, daß es nicht schwierig ist, ein Schiff von Neuseeland nach Australien zu finden. Als es jetzt aber konkret wird, stellt sich heraus, daß selbst auf dieser relativ kurzen Strecke kein Mensch mehr auf das Flugzeug verzichtet. Regelmäßige Fähren gibt es schon lange nicht mehr. Die Schiffsagenturen verweisen alle an einen Agenten in Napier auf der Nordinsel, der Frachtschiffreisen vermittelt. Und die Segelsaison beginnt erst in einigen Monaten, wenn die Tasman Sea zwischen Neuseeland und Australien wieder etwas ruhiger geworden ist.
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