Otaki, Chile, 4.10.2002 (35863 Kilometer)
Viele Reisebüros klappere ich ab, bis ich auf die freundliche Claudia stoße. Sie verkauft mir One-way unter der Bedingung, daß ich ihr Absolution erteile. "Unter Umständen gehst du in Neuseeland ins Gefängnis", sagt sie und legt mir ein selbstgebasteltes Formular vor, mit dem ich mich für alle Folgen verantwortlich erkläre. Die Unterschrift spart mir immerhin 200 Mark.

Schon ein paar Tage vor dem Abflug radele ich zum 20 Kilometer entfernten Flughafen hinaus, um das neue Hinterrad abzuholen, das aus Deutschland eingeflogen worden ist. Seit Chañaral, tausend Kilometer nördlich von Santiago, bin ich mit einer recht windigen Konstruktion unterwegs. Eher zufällig hatte ich dort entdeckt, daß der Flansch am Hinterrad eingerissen war. Der Riß verlief vom Rand durch zwei Speichenlöcher - erstaunlich, daß nicht der gesamte Flanschabschnitt herausgebrochen war. Um ihn zu entlasten, drehte ich die Speiche, die den Riß verursacht hatte, oben an der Felge aus dem Speichennippel heraus. An ihrer Stelle kam eine etwas längere Speiche zum Einsatz, die am Flansch in einer anderen Speiche einhakte (ein neues Speichenloch wollte ich nicht bohren). Wegen des Seitenzugs auf die Gastspeiche zog ich die Ersatzspeiche nicht voll an, so daß das Rad ein wenig eierte.
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