Santiago de Chile, Chile, 18.09.2002 (35068 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6   Durch die Atacama-Wüste

Auf den langen Geraden durch diese absolut vegetationslose Wüste muß man das Hirn mit irgendwelchen Gedanken beschäftigen. Etwa die vergangenen Reisewochen Revue passieren lassen. Oder die letzten Jahre zu Hause - was man falsch gemacht hat, welche Eigenheiten man sich vielleicht abgewöhnen sollte. Dann kommen Ideen, wie sich eine Zukunft nach der Rückkehr gestalten ließe: zum Beispiel außerhalb der Stadt in einer Gartenlaube leben oder in einem Wohnmobil auf Campingplätzen. Und wenn einem dann nichts mehr einfällt, muß man das Hirn irgendwie ausschalten. Sonst hält man diese Monotonie nicht aus.



In der Atacama-Wüste. Der Abfalleimer kam nach 150 Metern wirklich - der Baum nicht.

Eines Tages fällt die vordere Eins auf den Kilometertafeln fort, nun sind die Zahlen nur noch dreistellig. Ein paar Tage später geht die trostlose Atacama-Wüste über in semiarides Land. Hier und da sind zwitschernde Vögel zu hören. Im Flußtal um Copiapó gibt es Wiesen und Bäume. Endlich wieder Grün - eine Wohltat für das Auge und den Geist. Auf dem weiteren Weg nach La Serena noch einmal steppenartiges Land, aber in La Serena spürt man dann, daß die Wüste endgültig hinter einem liegt.

In der Zwischenzeit haben sie mir auch im zweiten großen Hafen - in Antofagasta - einen Korb gegeben. In jeder Agentur, die ich aufsuchte, fragten sie, WAS ich denn verschicken wolle. Wenn ich sagte, daß es um mich und mein Fahrrad geht, hieß es immer, daß sie keine Passagiere mitnehmen dürfen. Außerdem liefe in der nächsten Zeit eh kein Schiff nach Australien aus.

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