Valparaiso, Chile, 04.09.2002 (34926 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6   Aufgegeben

Bella Vista liegt direkt an der Grenze zu Chile. Cancosa auf der anderen Seite sei zehn Kilometer entfernt, sagen die Soldaten, in deren Kaserne ich übernachten darf. Es ist ein ziemlich abgewrackter Gebäudekomplex, in dem es einmal Strom und fließend Wasser gegeben haben muß. Lichtschalter und Wasserhähne sind vorhanden, sie haben jedoch keine Funktion mehr. Auf dem Gemeinschaftsklo - fünf Schüsseln, getrennt nur durch knappe Sichtschutzwände - spült man mit einem Eimer Wasser, den man zuvor draußen am Bach gefüllt hat.

In einem Raum, der einmal eine Kantine war, stellen die Soldaten ein Bett für mich auf. Vor der Nachtruhe muß ich dem Chef und seiner kleinen Truppe meine ganze Geschichte erzählen. Während der Nacht sinkt dann die Temperatur in diesem Raum auf null Grad, draußen sind es wieder minus 15 Grad gewesen. Auf dem Weg zur Pazifikküste bin ich noch immer im kargen Andenhochland rund 4000 Meter über dem Meer unterwegs.



Abschiedsfoto in der Kaserne von Bella Vista.

Am nächsten Morgen genieße ich das gleiche Frühstück wie die Soldaten: zwei trockene Brötchen und eine Tasse gezuckertes heißes Wasser. Der Chef besteht auf einem Abschiedsfoto, bevor er mich durch den Hintereingang des Camps in Richtung Chile entläßt. "Und halt dich an der Abzweigung links!" erinnert er mich noch einmal.

Die Piste führt steil bergan und ist so schmal, daß zwei Autos nicht aneinander vorbeikämen. An der Abzweigung halte ich mich links. Nach einem Kilometer gibt es ärgerlicherweise eine weitere Weggabelung. Wieder weit und breit kein Mensch, den man fragen könnte. Ich halte mich abermals links, doch der Weg wird immer schmaler und steiniger und führt nach zwei Kilometern in eine Sackgasse.

weiter

Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6