Valparaiso, Chile, 04.09.2002 (34926 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6   Aufgegeben

In Llica wollen mich alle nach Colchane schicken. Das sei der nächste größere Grenzübergang zwischen Bolivien und Chile, rund um die Uhr geöffnet. Warum aber ist Colchane dann auf meiner Karte nicht eingezeichnet? Außerdem weisen sie alle nach Norden, wenn sie "Colchane" sagen, während ich doch nach Westen will. Nach der Landkarte ist ganz eindeutig Bella Vista the place to go, 50 Kilometer auf der einzigen Hauptpiste weit und breit in Richtung Westen.



Sand und "Wellblech" - Reisegeschwindigkeit zwischen 6 und 10 Kilometern in der Stunde.

Hinter Llica verzweigt sich diese Piste immer wieder, ohne daß aber Schilder verraten, wohin die verschiedenen Wege führen. Und keiner da, den man um Auskunft bitten könnte. In Afrika sitzen selbst in dünn besiedelten Gebieten an den Weggabelungen immer Menschen herum, die auf die Weiterfahrt mit dem nächsten Bus oder Lastwagen warten. Hier aber ist niemand. Die richtige Richtung zu erraten, ist nicht immer einfach, da sich die Wege zwischen Bergen hindurchwinden und hinter dem nächsten Hügel gut und gern eine 90-Grad-Wendung nehmen können.

Die Piste, für die ich mich entscheide, bietet ein ständiges Wechselspiel zwischen Sand, festem Untergrund und Wellblech. Wellblech, wenn es stark ausgeprägt ist, kann zu einer harten Geduldsprobe werden - viel schneller als Schrittgeschwindigkeit kann man darauf nicht fahren. Und es ist mehr ein Reiten denn ein Radeln. Man fährt wie auf einem übergroßen Waschbrett für Elefantenunterhosen.

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