Copiapó, Bolivien, 21.08.2002 (34131 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5   In Seenot auf dem Salar

Natürlich kommt heute die Sonnenbrille zu ihrem Einsatz. Und gegen die Reflexionen schattet ein Strumpf das rechte Auge an der Seite ab. Oben klemmt er unter der Schirmmütze, das untere Ende halte ich zwischen den Zähnen fest.

Wie auf dem gestrigen Abschnitt von Colchani zur Isla Incahuasi ist auch hier die Salzfläche nicht allzu rauh. Allerdings bremst leichter Wind von vorn links, so daß ich über eine Stunde zur nächsten Insel brauche, der 20 Kilometer entfernten Isla Pescado. Vor dem Start hatte es ausgesehen, als sei die Distanz zwischen den beiden Inseln vielleicht sechs bis acht Kilometer.




Die Isla Pescado ist nicht bewohnt. Überhaupt ist es in dieser Ecke des Sees viel einsamer als im Südosten, wo ab den späten Vormittagsstunden etliche Geländewagen mit Touristengruppen unterwegs sind. Die Touren führen von der Isla Incahuasi weiter an das Südufer, während Llica in der entgegengesetzten Richtung liegt. Keine einzige Fahrzeugspur ist mehr zu sehen, für Geräusche sorgt jetzt allein noch der Wind.

Zwischenzeitlich schläft dieser Wind ein, lebt dann jedoch wieder auf, um mehr und mehr an Stärke zu gewinnen. Zunächst läßt er noch 14 Kilometer in der Stunde zu, dann 13, dann nur noch 12. Kein Problem, denke ich, auch so komme ich heute noch nach Llica. Eine Nacht im Zelt möchte ich vermeiden, da die Temperaturen bis minus 15 Grad absinken. Schon gar nicht möchte ich ohne Windschutz auf dem offenen Salar übernachten.

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