Copiapó, Bolivien, 21.08.2002 (34131 Kilometer)
Bis zum Morgen haben die Schmerzen etwas nachgelassen. Das Sehfeld ist noch immer eingeengt, doch auch das scheint sich leicht gebessert zu haben.
Bereits eine Stunde nach Sonnenaufgang treffen Geländefahrzeuge mit der ersten Touristengruppe auf der Isla Incahuasi ein. Eine gute Gelegenheit, noch einmal die ortskundigen Führer zur Richtung nach Llica zu befragen, meinem Tagesziel am Nordwestufer des Salars. Gestern gab es dazu unterschiedliche Auskünfte. Ein Guide wies knapp rechts an der Nachbarinsel vorbei auf einen markanten Berg in der Ferne. Der zweite Befragte, der Fahrer eines bolivianischen Fernsehteams, deutete 30 Grad weiter nach rechts in die Nähe des Vulkans Tunupa. Er machte allerdings bei seinen Erklärungen einen etwas unsicheren Eindruck und schien in dieser Gegend nicht zu Hause zu sein. Die jetzt anwesenden Tourenführer bestätigen denn auch die erste Richtungsangabe, die mir gestern bereits plausibler erschien.

"Das Ufer liegt 60 Kilometer entfernt", ergänzt einer. "Dann sind es noch einmal 25 Kilometer bis nach Llica. Kurz vor dem Rand des Salars laufen viele Spuren aus allen Richtungen zusammen auf einen befestigten Damm zu. Man kann nämlich nicht überall ans Ufer, weil es sehr schlammig ist." - Nur 85 Kilometer. Das wird ein leichter Tag.
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