Bella Vista, Bolivien, 3.08.2002 (33022 Kilometer)
Als ich nach zwei Stunden endlich die Insel erreiche, begrüßt mich ein halbverwittertes Schild am Ufer: "Isla Incahuasi".
So ein Mist - falsche Insel!
Etwas weiter diniert eine französische Reisegruppe in einer Bucht, die hier von der Insel ausgebildet wird. Tische und Stühle der Schlemmenden stehen auf der strahlend weißen Oberfläche des Salars. Bestimmt fragt in diesem Moment gerade einer die Köchin: "Haben Sie vielleicht etwas Salz für mich?"

Die Gruppe empfängt mich mit fröhlichem Applaus. Einige stehen auf und fotografieren. - "Die Isla Pescado? Die ist dort", sagt ein junger Franzose und zeigt auf die nächstgelegene Insel im Nordwesten. "Da fährt aber keiner hin. Dies hier ist die viel interessantere Insel." Die Hauptattraktion sind die riesigen Kakteen, die auf diesem Eiland wachsen. Sie waren schon von weitem zu erkennen und sahen aus wie Haare auf dem Haupt des Wales.
"Welche Insel ist denn bewohnt? Diese oder die andere?"
"Gleich hinter der Ecke da vorn sind ein paar Gebäude."
Der einheimische Fahrer der Gruppe sagt, daß die wirkliche Isla Pescado menschenleer ist und tatsächlich niemanden so recht interessiert. Auch hier irren also die Reisebücher. Dieser Irrtum ist jedoch so etabliert, daß die Veranstalter in Uyuni behaupten müssen, sie würden die Fisch-Insel ansteuern. Tatsächlich fahren sie dann aber zur Isla Incahuasi.
Der Fahrer deutet mir noch die Richtung nach Llica, zum morgigen Ziel. Eine sehr wichtige Information, damit ich nicht an der falschen Stelle am Ufer ankomme, das im Norden weitenteils schlammig sein soll. Er zeigt knapp rechts an der Isla Pescado vorbei auf einen markanten Berg, von dem ich glaube, auch er sei eine Insel.
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