Bella Vista, Bolivien, 3.08.2002 (33022 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8   Ganz in Weiß

In der Mittagszeit kommt, nach der Ruhe des Vormittags, beinahe Highway Feeling auf - so viele Autos sind jetzt unterwegs. Viele überholen auch weit links, etwa auf der Spur, wo ich anfangs unterwegs war. Die Nervosität war also unbegründet.

Während die Geländewagen mit den Touristen an Bord zügig vorbeifahren, vermindert ein Fahrzeug mit drei Bolivianern das Tempo, als es auf einer Höhe mit mir ist. Aus dem Seitenfenster heraus filmt der Beifahrer. Auf seiner Schulter ruht eine riesige Kamera wie aus der Anfangszeit des Amateurvideofilmens. Es ist jedoch ein Profigerät, mit dem er für das hiesige Fernsehen unterwegs ist. "Weiterfahren", signalisiert er, als ich auf sie zusteuere, "weiterfahren!"



Ein "Auge" im Salar.

Nach dem Abschluß der Dreharbeiten und einem Kurzinterview will ich mich vergewissern, daß ich auf dem richtigen Weg bin. "Welche ist denn die Isla Pescado?" - "Siehst du den schwarzen Fleck da vorn?" fragt der Fahrer, "dort ist die Insel."

Der schwarze Fleck liegt vor dem bläulichen Hügel, auf den sie alle zugefahren sind. Der Hügel ist schon seit einer Stunde zu sehen, der schwarze Fleck ist aber ziemlich neu. Ist das etwa ein Hotel? Jemand hatte erzählt, es gebe auf der Insel Unterkunft. Das Hotel wächst und wächst mit der weiteren Annäherung. Ein hohes Hauptgebäude und ein Annex rechts daneben. Dann nimmt es rundere Formen an, sieht aus wie ein Wal, der aus dem Salz auftaucht. - Das ist die Insel selbst! Der blaue Berg dahinter liegt am jenseitigen Ufer!

Alles in dieser Weite ohne Bezugspunkte von bekannter Größe erscheint so viel näher, als es in Wirklichkeit ist. Dieser bläuliche Berg war nur eine Stunde entfernt, als ich mit den Fernsehleuten sprach. So sah es aus. Tatsächlich wäre es fast eine Tagesreise mit dem Fahrrad bis dorthin.

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