Bella Vista, Bolivien, 3.08.2002 (33022 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8   Ganz in Weiß

Nach etwa einem Kilometer ist trockenes Salz erreicht. Vor mir liegt nun Wüste, eine weiße, leere Ebene, so weit der Blick reicht. Nur der Vulkan Tunupa erhebt sich am Nordufer über den Horizont. Es sieht aus, als könne man in zwei Stunden dorthin radeln. Aber er ist hundert Kilometer entfernt!

Die Salzfläche ist hart und über weite Strecken kaum rauher als Asphalt. Ein wenig behindern die kantigen Vielecke der Salzausblühungen; es ist etwa so, als würde man auf einer Straße fahren, die aus lauter kleinen groben Betonplatten gebaut ist. Ein regelmäßiges Hoppeln begleitet das Surren der Reifen. Ansonsten ist es vollkommen ruhig. Radeln wie auf dem Mond.



Antarktis-Station? Nee - ein Hotel in Bolivien.

Es heißt, die Salzschicht sei zwei bis sieben Meter dick. Einsichten in diesen Untergrund bieten die vielen Löcher in der Kruste. "Ojos de Salar" werden sie genannt, "Augen des Salzsees". In ihnen steht Wasser bis fast zur Oberfläche. Als hätte hier jemand ein Loch zum Angeln ins Eis gebohrt. Ja, Eis - die Vorstellung, daß man auf Eis und Schnee unterwegs ist, läßt einen nicht los. Erst wenn der Fuß wieder auf dem Boden aufsetzt und das harte Salz spürt, wird ihm bewußt, daß das kein Schnee, sondern etwas bisher unbekanntes ist.

Bis zu den beiden Hotels auf dem See sind es nur 13 Kilometer. Wie das "Hotel de Sal" in Colchani sind auch diese Gebäude allein aus Salzblöcken erbaut. Aber irgendwie sieht es eher aus wie bei einer einsamen Forschungsstation in der Antarktis. Seit neun Monaten herrscht hier auch kein Betrieb mehr. Eines der Gebäude beherbergt jetzt ein kleines Museum.

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