Bella Vista, Bolivien, 3.08.2002 (33022 Kilometer)
Als die Vorbereitungen abgeschlossen waren, blieb noch eine Sorge: daß die Überquerung des Salzsees mit dem Fahrrad zur Zeit vielleicht gar nicht möglich ist. Reisende, die ein paar Tage zuvor über den Salar getourt waren, berichteten, daß nach den Schneefällen vor zwei Wochen noch immer Wasser am Ufer stehe. Für Niederschläge ist die Jahreszeit eigentlich schon zu weit, aber was laut den jüngsten Nachrichten an der chilenischen Küste Straßen weggeschwemmt hatte, war im bolivianischen Hochland als Schnee heruntergekommen. Zwei Touristen waren mit ihrem Fahrzeug etwas weiter im Süden des Landes in diesem Schnee steckengeblieben und in der darauffolgenden Nacht erfroren.

Am späten Mittag breche ich in Uyuni auf und radele nur die 22 Pistenkilometer nach Colchani, das näher am Ufer des Salars liegt. Im "Hotel de Sal", einer aus Salzblöcken erbauten Herberge, beziehe ich Quartier. Dann mache ich noch einen Ausflug zum sechs Kilometer entfernten Ufer, um die Lage zu erkunden. Noch immer steht Wasser auf der Salzfläche, aber es ist an den meisten Stellen nur knöcheltief, und dazwischen gibt es immer wieder kleine Inseln, auf die man sich retten kann. Der Untergrund ist auch an den überschwemmten Stellen fest, was mir nicht selbstverständlich erschien - es könnte da ja auch Salzschlamm haben.
Am nächsten Morgen stehe ich mit dem bepackten Rad an gleicher Stelle. Langsam und vorsichtig geht es auf dem überschwemmten Abschnitt von Insel zu Insel, damit möglichst wenig Salzwasser in die Lager gespült wird. Zum Schluß sind es mehrere Hundert Meter am Stück durch das Wasser. Zum Glück ist der Untergrund auch hier fest. Wäre ärgerlich, wenn ich steckenbleiben würde und einen Schuh in die Lake tunken müßte.
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