Bella Vista, Bolivien, 3.08.2002 (33022 Kilometer)
Ein Kompaß fand sich in Uyuni nicht mehr. Ebensowenig eine detaillierte Landkarte. Der Bedarf an solchen Dingen ist auch nicht sehr hoch, da praktisch jeder Besucher dieser Gegend sich einer organisierten Geländewagentour anschließt. Mit dem Fahrrad ohne Karte und Kompaß loszuziehen, bereitete mir ein bißchen Bauchdrücken. Der erste Abschnitt von Colchani zur Isla Pescado mochte wegen der Reifenspuren der vielen Touristen-Jeeps wohl leicht zu meistern sein, aber dann weiter nordwestlich nach Llica konnte es schwierig werden, weil die Reiseveranstalter jenseits der Insel zu den Lagunen im Süden Boliviens abbiegen. Nach Llica fährt keiner.

"Lebensversicherung" stand für eine Wolldecke. Mein Sommerschlafsack ist gut für Temperaturen bis fünf Grad. Überleben würde man darin wohl auch noch minus fünf Grad, aber mit ziemlicher Sicherheit nicht die -15 Grad, die hier zur Zeit nachts herrschen. Auf dem Markt gab es ganze Berge von Decken für einen Einheitspreis von zehn Mark pro Stück.
Sonnenbrillen mag ich nicht. Sie sind Krücken, die mit der Zeit die Augen schwach machen. Außerdem sieht man die Welt durch die getönten Gläser in Falschfarben. Da jedoch überall zu lesen ist, man solle bei Touren über den blendend weißen Salar unbedingt die Augen schützen, kaufte ich im Lebensmittelladen neben der Herberge auch eine Sonnenbrille. Wahrscheinlich gibt es nirgendwo anders auf der Welt so viele Sonnenbrillen wie im Steppenstädtchen Uyuni.
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