Uyuni, Bolivien, 18.07.2002 (32533 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8   Schwarzer Peter in Peru

Die Orientierung auf dem Salar ist deswegen nicht trivial, weil bei dieser Größe die Erdkrümmung die Ziele verdeckt. Für Fahrradfahrer ist es eines der wenigen Gebiete auf der Erde, wo ein Satellitennavigationsgerät Sinn machen würde, denn hier kann man sich auch als Radler frei bewegen wie auf den Parkplatz eines überdimensionalen Supermarktes. In Sand- oder Geröllwüste ist das anders, denn da ist man als Radfahrer auf die Pisten angewiesen. Es nützt einem die gewiesene Richtung nichts, wenn es keinen Weg dorthin gibt.



Kurz nach Sonnenaufgang bei 5 Grad minus. Durchradeln geht nicht, da der Fluß in der Mitte knietief ist.

Da ich kein GPS-Gerät habe, schaue ich mich in Oruro nach einem Kompaß um. Im Zentrum finde ich einen militärisch angehauchten Ausrüsterladen, in dem es sogar abgelegte Bundeswehrbestände gibt. Man will mir einen gebrauchten originalen BW-Kompaß für 44 Dollar verkaufen. 44 Dollar? Am Ende ist es genau das Gerät, das ich bei der Verabschiedung vom Bund vor zwanzig Jahren abgegeben hatte. Und das soll ich jetzt für fast 100 Mark zurückkaufen? - Kommt nicht in Frage.

Auch in Uyuni findet sich kein Kompaß mehr. Ich werde mich also an den hohen Bergen an den jenseitigen Ufern des Salars orientieren müssen. - Wie sich erweist, funktioniert das ganz gut. Tatsächlich wird es am Ende nicht fehlende Orientierung sein, die mich auf dem großen Salar in Seenot bringt.

ENDE

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