Uyuni, Bolivien, 18.07.2002 (32533 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8   Schwarzer Peter in Peru

Und tatsächlich macht auf der bolivianischen Seite der Grenzer Schwierigkeiten. Er will mich zurückschicken, damit die Peruaner auch einen Stempel in den neuen Paß setzen. "Das dürfen sie nicht, ich habe schon darum gebeten", lüge ich halb und halb. Der Bolivianer sträubt sich noch eine Weile, aber nach ein paar Minuten freundschaftlicher Diskussion gibt er nach. Auch diesmal geht es wieder ohne irgendeine Art der Bestechung.



Spuren des Wahlkampfes in Bolivien.

Der Titicacasee gibt sich bei strahlender Sonne wesentlich freundlicher als vor zwei Monaten im fahlen Licht zum Ende der Regenzeit. Das Wasser ist tiefblau, und im Hintergrund steigen die verschneiten Gipfel der Cordillera Real, der Königskordilleren, auf.

Daß die Pfosten der Verkehrsschilder und auch die Leitplanken in Bolivien pastellfarben sind - mal rosa, mal hellblau -, kommt mir irgendwie neu vor. Als dann aber Schriftzüge "MNR" und "UCS" in diesen Farben auf dem Asphalt erscheinen, wird langsam klar, daß Wahlkampf diese Spuren hinterlassen hat. Vor einer Woche durften die Bürger Boliviens an die Urnen gehen. Die Parteien sind zuvor mit großen Pinseln durch das Land gezogen, und MNR muß dabei den größten Farbeimer gehabt haben. Sie haben sogar ganze Häuser in Rosa getaucht. Und sie haben die Wahlen am Ende auch gewonnen.

weiter

Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8