Cuzco, Peru, 29.06.2002 (31279 Kilometer)
Am ersten Tag sind wir durch reine Wüstenlandschaft aufgestiegen. Am nächsten Mittag erwartet uns oben in 4100 Metern Höhe die typische steppenartige Hochandenlandschaft mit ihren kargen Grasbüscheln. In einem Reservat werden Vicuñas gehalten, die lange Zeit vom Aussterben bedroht waren. Es ist eine wilde Lamaart, vergleichsweise grazil, und von weitem kann man sie fast für Antilopen halten.

Jenseits dieser Hochebene fällt die Straße in langen Serpentinen über tausend Meter ab. Urplötzlich wird es grün; die Wolken, die von Westen aufziehen, scheinen sich alle erst hier abzuregnen. Henk ist erleichtert. Er hatte schon befürchtet, es bleibe den ganzen Weg bis Cuzco wüsten- und steppenhaft.
Die folgenden Tage werden härter, denn nach dem nächsten Aufstieg verläuft die Straße über 100 Kilometer lang sehr hügelig in 4300 Metern Höhe. Erstaunlich ist, wie gut Henk den schnellen Sprung vom Meer bis in diese Höhen wegsteckt. Er klagt etwas über Schlaflosigkeit, hat leichte Kopfschmerzen und gelegentlich Wortfindungsprobleme, aber sonst geht es ihm gut. Ich scheine noch von der Anpassung von neulich zu profitieren; meine Leidenszeit liegt gut zwei Monate zurück, als ich das erste Mal in die Anden kletterte.
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