Cuzco, Peru, 29.06.2002 (31279 Kilometer)
Die Panamericana führt südlich von Lima an verwaisten Badestränden vorbei, die im gedämpften Licht des Küstennebels nicht gerade einladend wirken. Zu dieser Jahreszeit, in der die Sonne irgendwo steil im Norden nur erahnbar ist, stehen die Verkaufsstände und Strandwächterstühle leer und verlassen im Dunst herum. Kaum vorstellbar, daß hier zu anderen Jahreszeiten Menschenmassen Erholung suchen.

Zwischen den Badestränden weht vom Meer her immer wieder der Geruch von Hühnerkot herüber. Mitten in der Wüste reihen sich lange weiße Hallen oder Zelte riesiger Hühnerfarmen aneinander, die den Pollo-Hunger ganz Perus decken. In keinem anderen Land der Welt gibt es wohl einen so großen Geflügelkonsum wie in Peru. Die Fernsehwerbung für ein alternatives Kochbuch nahm das zum Anlaß, die Peruaner in ihrem Spot als gackernde, scharrende und pickende Hühnermenschen darzustellen. Am Mittagstisch hebt Mamahuhn den Deckel der Terrine, und darunter erscheint - wieder mal ein Hähnchen.
Pisco stinkt zur Abwechslung nach Fisch, ein Aroma, für das die Fischmehlproduktion am Rande der Stadt sorgt. Danach wendet sich die Straße etwas weiter ins Landesinnere. Der Sand türmt sich nun zu Dünen auf, die bei Ica so hoch aus der öden Wüste steigen, daß man sich in die Sahara versetzt fühlt. Am afrikanischsten ist die Lagune von Huacachina, eine Bilderbuch-Oase à la Libyen in Südamerika.
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