Lima, Peru, 06.06.2002 (30098 Kilometer)
Gänsehaut stellt sich ein, als ich nach der Abfahrt über viele Serpentinen den Pazifik erblicke. Wie jedesmal, wenn etwas Markantes in Sicht kommt - sei es die Bosporus-Brücke, der Kilimanjaro, der Tafelberg bei Kapstadt oder Rio de Janeiro. Und jetzt - jetzt bist du am Pazifik. Am Pa-zi-fik!

Noch sieben Kilometer bis zum Oasenstädtchen Camaná. Als Vorbote am wüst erscheinenden Strand steht eine eigenartige Mischung aus verfallenden Häusern, Bauruinen und architektonisch schönen Gebäudekomplexen, die gestern erst fertiggestellt sein mochten. Es sieht so aus, als hätte man eine Zeitlang davon geträumt, hier in der Wüste ein Ferienzentrum aufbauen zu können. Zusammen mit dem Hochnebel ergibt sich jedoch eher das Bild einer perfekten Geisterstadt.
Neben dem zum Radeln angenehmen Klima überrascht mich auch, wie wenig Verkehr über die Panamericana rollt. Ab und zu kommt ein Lastwagen oder ein Bus vorbei (mitunter sind es ausgediente Greyhound-Busse aus den USA), ein paar breite Amischlitten mit Blubbermotoren fungieren als Langstreckentaxis zwischen den weit auseinanderliegenden Ortschaften. Ansonsten herrscht Ruhe; nur der Ozean mit seiner hohen Brandung rauscht.
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