Lima, Peru, 06.06.2002 (30098 Kilometer)
Da, wo ich die Erdscheibenkante erwartet habe, beginnt dann doch die Abfahrt nach Arequipa. Die Landschaft verändert sich nun vollkommen. Das Grasbüschelhochland bleibt zurück, die Straße führt hinein in eine Wüstenlandschaft aus Sand und weißem, mitunter leicht rötlich schimmernden Fels.
Zweieinhalbtausend Meter liegt Arequipa über dem Meer. Von hier geht es in mehreren weiteren Stufen hinab zum Pazifik. Die Sonne scheint grell auf die Wüste, es wird zunehmend wärmer. Hoffentlich ist es an der Küste nicht so heiß wie am Atlantik in Brasilien.

Dann kommt die letzte Abbruchstufe, die letzten 1000 Höhenmeter hinunter zum Meer. Und etwas Überraschendes geschieht: Genau an dieser letzten Abbruchkante tauche ich mit der Straße unter eine graue Dunstschicht. Es wird nicht wärmer sondern geradezu frisch. Die gleißende Sonne ist hinter der Dunstschicht verschwunden, und plötzlich erscheint die Welt in einem völlig anderen Licht. Es ist matt, es ist düster - und in dieser Leere gar ein wenig gespenstisch.
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