Lima, Peru, 06.06.2002 (30098 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7 | Seite 8 | Seite 9   Panamericana

Auf dem Weg von Puno nach Arequipa wundere ich mich, daß ich an einer großen Lagune vorbeikomme, die nach meiner Karte eigentlich gar nicht auf dem Weg liegt. Nach einer Weile schwant mir, daß die Straße, die hier neu gebaut wurde und an einigen Stellen noch nicht ganz fertig ist, vollkommen anders verläuft als der alte Weg nach Arequipa. Zur Gewißheit wird es, als ich am Nachmittag auf einer kargen Hochebene im Dörfchen Imata einrolle, weit nordwestlich von der alten Route gelegen.



Die Legunillas-Lagune, viereinhalb Kilometer über dem Meer.

Als ich den Besitzer des kleinen Restaurants frage, wie viele Kilometer es noch bis zum nächsten Ort - nach Sumbay - sind, antwortet er: "Eine Stunde mit dem Bus." Er meint, mit dem Fahrrad seien es also zwei Stunden. Letzteres kann natürlich nicht stimmen, wenn der Bus wirklich eine Stunde braucht. Aber man gewöhnt sich im Laufe einer solchen Reise daran, daß die Leistung von Fahrradfahrern vollkommen falsch eingeschätzt wird - oft unter-, manchmal überschätzt.

Eigentlich ist es noch etwas zu früh, die Etappe zu beenden. Doch ich fürchte, Sumbay nicht vor Einbruch der Dunkelheit in drei Stunden erreichen zu können. Und wenn mich auf offener Strecke die Kälte der Nacht einholt, droht mir der Erfrierungstod. Diese Hochebene liegt auf 4500 Metern, das ist die Gipfelhöhe des Matterhorns. Sie ist nur mit etwas Gras bewachsen, Holz zum Verfeuern findet man nirgendwo. Da mein Sommerschlafsack für Temperaturen weit unter Null nicht ausgelegt ist, bin ich in diesen Höhen darauf angewiesen, Unterkunft in festen Häusern zu finden.

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