Huacachina, Peru, 25.05.2002 (29614 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7   Machu Picchu

Nach dem Abendessen an diesem vorletzten gemeinsamen Tag tritt unsere Reiseführerin vor die Gruppe, um uns auf die schwierige Situation der Träger hinzuweisen. Sie bekämen nur 30 Mark Lohn für die vier Tage, und davon müßten sie sogar noch die Rückfahrt in ihr Dorf bezahlen. Sie bittet uns, ein großzügiges Trinkgeld zu sammeln. Amando, ein in Deutschland lebender Peruaner, der in unserer Gruppe mitwandert, bestätigt, daß die Träger skrupellos ausgebeutet werden. Es habe auch schon Streiks gegeben, aber die Tourenveranstalter mußten nur in andere Dörfer in der Umgebung gehen, um für ebenso wenig Geld neue Männer anzuheuern. Eine Gewerkschaft der Träger gibt es nicht; es herrscht das ungezügelte Gesetz von Angebot und Nachfrage.



Tief unter uns wird Machu Picchu vom ersten Morgenlicht überflutet.

Bei uns mischen sich Mitleid mit den Trägern und Wut auf die Veranstalter, die trotz der stolzen Summe, die sie für die Tour verlangen, das Personal hemmungslos unterbezahlen. Ein paar Tage später erklärt uns ein älterer Bergführer der ersten Stunde in Cuzco, die Agenturen müßten sich ihre Kontingente mit hohen Schmiergeldern bei den Behörden erkaufen.

Um zwei Uhr morgens stehen wir auf, da wir bei Inti Punku - dem Sonnentor - sein wollen, wenn gegen sieben Uhr Machu Picchu vom warmen Morgenlicht geflutet wird. Im Dunkeln geht es Hunderte unebener Stufen hinab; ein nicht ganz ungefährliches Unternehmen, das aber schließlich mit dem unvergeßlichen ersten Blick auf die weit unten liegenden Ruinen belohnt wird. Die Stadt wirkt zu dieser frühen Stunde, als sei sie seit Jahrhunderten nicht betreten worden.
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