Huacachina, Peru, 25.05.2002 (29614 Kilometer)
Nach einer kalten Nacht auf 3700 Metern Höhe kommen wir am nächsten Tag wieder an einigen Ruinen aus der Inkazeit vorbei. Unterbeschäftigung kann es damals kaum gegeben zu haben, denn der Aufwand, mit dem man baute, war enorm. Kein Stein in einer Mauer gleicht dem anderen. Bei genauer Betrachtung entdeckt man hier und dort einen unregelmäßigen Steinblock mit zahllosen Kanten und unterschiedlichsten Neigungswinkeln, der aber an allen Seiten flächig mit den Nachbarbausteinen abschließt.

Das ganze erinnert ein wenig an ein Puzzle. Der einfachste Weg wurde jedenfalls nicht gesucht. Und trotzdem bilden die feinsten Mauern in ihrer Gesamtheit glatte Flächen mit kaum fühlbaren Fugen zwischen den Steinen. Charakteristisch für die Bauweise sind die leicht zur Innenseite geneigten Wände sowie trapezförmige Aussparungen in den Mauern, die zum Teil Fenster, zum Teil Nischen bilden.
Der Nachmittag dieses dritten Tages führt uns durch Regenwald, der von den Wolken genährt wird, die häufig aus den Tälern emporziehen. Links liegt das schluchtartige Tal des Rio Aobamba, abends erkennen wir, nachdem sich die Wolken verzogen haben, tief unter uns zwischen faltigen, grün überzogenen Bergen den Urubamba-Fluß. Es ist ein grandioser Ausblick, den wir von dem kleinen Plateau haben, auf dem unsere Zelte stehen. Damit wir überschüssige Energie abbauen können, bastelt uns einer der Träger einen Fußball aus Abfallresten, die von Stoff- und Plastikfetzen und Schnüren zusammengehalten werden. Das Ei, das wir über den schlammigen Boden kicken, wiegt rund zwei Kilo.
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