Lima, Peru, 4.6.2002 (30077 Kilometer) Seite 1 | Seite 2   Besuch bei Äzte ohne Grenzen in Lima

Ungewollte Schwangerschaften sowie Schwangerschaftsabbrüche und schwere Verläufe von sexuell übertragbaren Krankheiten sind häufig die Todesursachen von Kindern und Jugendlichen.
ÄRZTE OHNE GRENZEN bietet in El Salvador Kurse zur Familienplanung und Gesundheitsvorsorge an. Die Mitarbeiter klären über Gewalt und sexuellen Mißbrauch auf und leisten medizinische, soziale sowie psychologische Betreuung. Sie helfen schwangeren Teenagern und mißbrauchten Kindern und Jugendlichen. Dies geschieht in Kooperation mit der Beratungsstelle "Entre Amigos" ("Unter Freunden") sowie mit Lehrern, Sozialarbeitern und dem Gesundheitsministerium. Während in einer ersten Projektphase die medizinische Versorgung verbessert wurde, soll in den kommenden zweieinhalb Jahren die hohe Gewaltbereitschaft thematisiert werden. ÄRZTE OHNE GRENZEN wird versuchen, den ziellos gewordenen Menschen wieder neue Lebensinhalte zu vermitteln.



Bolzen im Müll - ein Spielplatz am Rande der Slums.

Als ich mit der Psychologin Rosario und dem Fahrer Fidel das Armenviertel besuche, fällt mir die Akzeptanz auf, die das ÄRZTE OHNE GRENZEN-Team in dem Stadtteil genießt. Die Bewohner grüßen freundlich und reden über neueste Entwicklungen. Das ist keineswegs selbstverständlich, denn die Bewohner könnten dem Projekt auch ablehnend gegenüberstehen, wenn sie es als unerlaubte Einmischung in ihr Privatleben ansehen würden.

Positiv fällt auch auf, daß von den zehn Projektmitarbeitern nur der Koordinator ein internationaler Mitarbeiter ist, also nicht aus Peru stammt.

Die sozialen Spannungen und medizinischen Mißstände in den riesigen Slums südamerikanischer Großstädte sind eines der ganz großen Probleme auf diesem Kontinent. Die Kinder wachsen in einem Milieu auf, das ihnen kaum eine Chance für ein normales Leben läßt. Weil ÄRZTE OHNE GRENZEN vor Ort an den Wurzeln angreift, wollen wir in den nächsten Monaten dieses Projekt mit der Aktion "Ein halber Euro-Cent pro Kilometer" unterstützen.

Für Eure/Ihre Unterstützung danken sehr herzlich

Ärzte ohne Grenzen e.V.
Alexis Dorn
Peter Smolka


ENDE

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