Lima, Peru, 4.6.2002 (30077 Kilometer) Seite 1 | Seite 2   Besuch bei Äzte ohne Grenzen in Lima

Peru, im Juni 2002

Nähert man sich der peruanischen Hauptstadt Lima entlang der Küste von Süden her, fährt man zunächst durch düstere Armenviertel. Die Küste im Süden Perus ist ganz und gar Wüste, aufgelockert nur von einigen Flußoasen. Das Wasser bringen die Flüsse aus den östlich gelegenen Anden.

Lima liegt an einem solchen Andenfluß. Die Stadt zählt inzwischen acht Millionen Einwohner; das ist ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes. Wirtschaftliche Probleme, aber auch die Aktivitäten der Terrorgruppe "Leuchtender Pfad" in der Region Ayacucho haben viele Andenbewohner in die Randgebiete der Hauptstadt getrieben. Längst ist die Stadt weit in die Wüste hinausgewachsen.



Armenviertel in Villa El Salvador.

So stehen auch die Häuser und Hütten der Armenviertel im Sand. Manche Behausungen sind aus Stein gebaut, die meisten aus Holz, Pappe und Wellblech, einige sind einfachste Hütten aus Schilfmatten. Unweigerlich fragt man sich, wovon die Menschen in diesem Nichts aus Sand wohl leben.

"Einige Familien haben nur ein bis zwei Dollar am Tag zur Verfügung", sagt Rosario, die für ÄRZTE OHNE GRENZEN im Armenviertel von Villa El Salvador im Süden Limas arbeitet. "Die meisten nehmen Gelegenheitsjobs an. Wer Glück hat, verdient regelmäßig Geld als Haushaltshilfe in den reicheren Bezirken Limas."

Der große Bevölkerungsdruck und die Armut bringen in diesen Elendsvierteln infrastrukturelle, medizinische und soziale Probleme mit sich: Wassermangel, ungenügende Abwasser- und Müllentsorgung, Krankheiten wie TBC, Cholera und Aids, Sexualdelikte, ungewollte Schwangerschaften sehr junger Mütter, Vernachlässigung und Mißbrauch von Kindern, hohe Jugendkriminalität.

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