Cuzco, Peru, 5.5.2002 (28681 Kilometer)
Puno liegt am Nordwestufer des Titicacasees. Von hier aus unternehmen wir eine eintägige Bootstour, die auch an den schwimmenden Inseln der Uros vorbeiführt. Das Volk der Uros denkt ganz und gar in Schilf. Sie leben auf Schilfinseln, wohnen in Schilfhütten, fahren auf Schilfbooten, ernähren sich sogar von Schilf, genaugenommen vom Mark der Schilfpflanzen.
Um anderen Völkern aus dem Weg zu gehen, sind die Uros vor mehreren Hundert Jahren auf den Titicacasee hinausgezogen. Sie bauten die schwimmenden Inseln, indem sie Schilf in dicken Lagen aufeinanderschichteten. Trotz einer Dicke von bis zu zwei Metern gibt der Boden unter den Füßen nach, man geht federnd wie auf einer Weichbodenmatte in der Turnhalle. Da das Schilf auf der Unterseite wegmodert, muß oben ständig nachgelegt werden - in der Regenzeit bis zu dreimal im Monat. Auch die Schilfboote, für deren Bau zwei Mann sechs Wochen benötigen, halten nur eine begrenzte Zeit, ca. zehn Monate.

Auf den Inseln leben rund 300 Uros dieses arbeitsreiche Leben in freiwilliger Abgeschiedenheit. Strom fließt seit kurzer Zeit sehr begrenzt aus privaten Solarzellen. Auf der Hauptinsel gibt es eine Schule, ein Gemeindehaus und ein Postamt.
Am Tag nach der Bootsreise machen wir uns auf den Weg nach Cuzco, zur alten Hauptstadt der Inkas. Von dort werden wir zum viertägigen Marsch auf dem Inca-Trail starten - Ziel: die geheimnisvollen Ruinen von Machu Picchu.