Cuzco, Peru, 5.5.2002 (28681 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7   Lago Titicaca

In Puno treffe ich schließlich mit den drei Erlanger Freunden zusammen. Hans und Roswitha sind die Logistiker, die mich auf meiner Weltreise mit den Dingen versorgen, die vor Ort nicht zu finden, von schlechter Qualität oder zu teuer sind: zum Beispiel Fahrradreifen und -schläuche, spezielle Ersatzteile, Landkarten und Diafilme. Wenn die beiden nicht gerade selbst vorbeikommen, schicken sie die gewünschten Dinge per Paket postlagernd in eine größere Stadt voraus.



Terrassen auf der Isla del Sol. Im Hintergrunde die Isla de la Luna.

Im Nahen Osten und in Afrika hat das immer gut geklappt. Die Pakete kamen vollständig an, und nur einmal (in Damaskus) mußte ich Einfuhrzoll in verschmerzbarer Höhe zahlen. In Brasilien, das an sich wesentlich besser entwickelt ist als Afrika, blieb hingegen ein Paket hängen. Als es vier Wochen, nachdem Roswitha es in Erlangen auf den Weg gebracht hatte, immer noch nicht in Curitiba aufgetaucht war, verließ ich die Stadt und bat um Nachsendung nach Foz do Iguacu an der Grenze zu Paraguay. Bevor ich dann nach Paraguay ausreiste - das Paket war inzwischen mehr als fünf Wochen unterwegs -, rief ich noch einmal in Curitiba an. Die Leute erinnerten sich sofort an mich, schließlich hatten sie mich ja fast zwei Wochen lang jeden Tag gesehen. Aber das Paket war immer noch nicht da. In Paraguay erzählte später ein Südafrikaner, daß er auf ein Luftpostpaket aus Kapstadt einmal sechs Monate gewartet habe. - "Was macht die Post denn solange damit?" fragte ich. - "Sie finden es wohl erst, wenn sie mal wieder ausfegen."

Irgendwann haben sie in Rio de Janeiro oder Sao Paulo - wo immer das Paket hängengeblieben sein mag - wieder ausgefegt. Jedenfalls kehrte es zwei Tage, bevor Hans und Roswitha nach Peru abflogen, nach Deutschland zurück. Nun bekomme ich den dringend benötigten Nachschub direkt aus ihren Händen.

weiter

Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7