Cuzco, Peru, 5.5.2002 (28681 Kilometer)
Schaut man auf eine Übersichtskarte von Südamerika, kann man den Titicacasee kaum ausmachen - er verschwindet beinahe in der gewaltigen Landmasse des Kontinentes. Mit 8100 Quadratkilometern ist dieser See dennoch 14 mal so groß wie der Bodensee. Auf etwa 3800 Metern gelegen, ist er einer der höchsten Seen der Erde, auf denen Schiffe verkehren.

Statt den direkten Weg nach Peru zu nehmen, habe ich einen kleinen Umweg über zwei Halbinseln gewählt, die sich im Südosten des Sees gegenüberliegen. An der Engstelle zwischen diesen Halbinseln fahren eigenartige Wasserfahrzeuge hin und her, halb Floß, halb Boot, angetrieben von einem einfachen Außenbordmotor. Diese dreiseitig umrandeten schwimmenden Plattformen transportieren sogar Lastwagen und Busse. Die Passagiere der Busse müssen allerdings für die Überfahrt in kleine Motorboote umsteigen. Warum, kann ich nicht herausfinden. Sind die Plattformen vielleicht doch nicht ganz sicher? Ich darf jedenfalls bei meinem Fahrrad bleiben.
Von dem kleinen Städtchen Copacabana aus besuche ich die Isla del Sol. Der Legende nach ist diese Insel die Geburtsstätte sowohl der Sonne als auch des Manco Capac, des ersten Inka und Sohnes der Sonne. Unter den Sehenswürdigkeiten gibt es neben einigen Inkaruinen den heiligen Felsen, dem Manco Capac entstammt. Die Bewohner der Insel führen ein einfaches, traditionelles Leben und nutzen zum Teil noch heute Anlagen der Inkas wie Quellen, Terrassen, angelegte Steinwege und Treppen.
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