Cochabamba, Bolivien, 10.04.2002 (25302 Kilometer)
Nach zwei Tagen erreiche ich wieder die Teerstraße, ohne daß es noch einmal geregnet hat. Kurz darauf werden in der Ferne die Anden sichtbar. Rund tausend Kilometer bin ich durch eine bratpfannenflache Tiefebene gefahren, und nun steigen dort im Westen diese mächtigen Berge auf über 4000 Meter auf.
Da die Regenzeit in Bolivien bis in den Mai hineinreicht, entschließe ich mich nach den Erfahrungen der letzten Tage für den weiten Umweg am Fuße der Anden entlang nach Santa Cruz, anstatt La Paz auf der Piste über Potosi anzusteuern. Bis auf einen Abschnitt von 120 Kilometern ist die Route über Santa Cruz asphaltiert. Der ungeteerte Abschnitt hat es allerdings noch einmal in sich: Er ist so stark versandet, daß die Tagesleistung auf 70 Kilometer absinkt. Am zweiten Tag muß ich das Fahrrad 20 Kilometer durch den Sand schieben.

Hinter Santa Cruz kommt der Abschied aus dem Tiefland. In den letzten Monaten habe ich die Sonne gehaßt. Kaum ein Tag, an dem sie mich nicht quälte. Jetzt geht es hinauf in kalte Regionen, zunächst auf 2000 Meter, dann auf 4000. In wenigen Tagen wird die Sonne wieder eine gern gesehene Freundin sein.