Cochabamba, Bolivien, 10.04.2002 (25302 Kilometer)
Die Dörfer hier oben - im nordargentinischen Chaco - sind allesamt verschlafen. Die Hauptstraße ist meist ausgebaut zu einer vierspurigen Chaussee, auf der allerdings nur alle paar Minuten mal ein Auto vorbeikommt. In der glühendheißen Mittagszeit sind diese Orte vollkommen ausgestorben; da laufen höchstens noch ein paar Schweine schnüffelnd über die Straße.

Von der schweren Wirtschaftskrise, in die Argentinien Weihnachten 2001 schlitterte, ist in dieser abgelegenen Gegend wenig zu spüren. Natürlich klagen die Leute auch hier darüber, daß sie nur noch beschränkten Zugriff auf ihre Konten haben. Jahrelang war der Peso künstlich in Parität zum Dollar gehalten worden, bis dann zum Jahresende die Illusion von der starken Währung zerplatzte. In nur drei Monaten ist der Wert des Pesos gegenüber dem Dollar auf ein Drittel gesunken. Dollar-Konten wurden unmittelbar nach dem Zusammenbruch bis auf weiteres gesperrt, Pesos durfte man nur noch limitiert abheben.
Wer jedoch - wie die Bevölkerung im Chaco - wenig mit Importen zu tun hat und nur in Pesos rechnet, den trifft der Wertverfall gegenüber den ausländischen Währungen nicht so sehr. Ganz anders ist es im kosmopolitischen Buenos Aires, wo es im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise zu schweren Ausschreitungen und Plünderungen kam.
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