Cochabamba, Bolivien, 10.04.2002 (25302 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6   Festgefahren

Ich komme an diesem Tag genau 460 Meter weit. Am Ortsausgang gerate ich im Schatten eines Baumes auf einen feuchten Abschnitt, dessen klebriger Lehm das Rad von einem Meter auf den nächsten blockiert. Ich kann kaum stehen an dieser Stelle, die Piste ist wie Eis. Nur daß ich mit jedem Schritt einen Zentimeter größer werde durch den Lehm, der sich unter den Sohlen sammelt.

Fünf Minuten brauche ich, um das blockierte Fahrrad von der Piste zu bringen - fünfundfünfzig Kilo so beweglich wie ein Steinquader! Nach einer halbstündigen Reinigung drehen sich die Räder wieder. Weiterzufahren hat überhaupt keinen Zweck, denn weite Teile der schnurgeraden Piste liegen noch im Schatten der Büsche und Bäume. Frustriert schiebe ich das Rad zum "Hotel" zurück.



Am Ortseingang von Laguna Yema ist ein Laster halb von der Piste gerutscht.

Gegen Mittag fahren wieder einige Autos durch den Ort. Vielleicht könnte ich es nun auch noch einmal versuchen, aber das Risiko ist mir zu groß, da von Südosten schon wieder dunkle Wolken aufziehen. Zwischen den Ortschaften liegen auf dieser Route durch den Norden Argentiniens 30 bis 60 Kilometer; wenn mich heftiger Regen auf offener Strecke mattsetzt, campiere ich tagelang im Busch, ohne daß ein einziges Fahrzeug vorbeikommt.

Die Entscheidung, nicht weiterzufahren, war gut. Gegen 16.00 Uhr brechen die Wolken erneut. Die Piste im Dorf verwandelt sich in ein Schlammbad, noch tiefer als am Vortag. Am Ortseingang rutscht der Anhänger eines Lasters von der Straße. Auch der Fahrer kann jetzt nichts anderes tun, als auf bessere Zeiten zu warten.

weiter

Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6