Tartagal, Argentinien, 27.03.2002 (27177 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6   Ausgewandert

Der erste Radeltag in Paraguay bringt mich gerade 50 Kilometer weit.

Nach einigen Wartungsarbeiten am Fahrrad komme ich erst gegen elf Uhr in Foz do Iguaçu los. Dann nehme ich nach fast drei Monaten Abschied von dem Riesenstaat Brasilien. Am Grenzübergang stempeln mich die Brasilianer schnell aus. Freundliche Beamte, die nach dem Woher und Wohin fragen.

Auf der anderen Seite der "Freundschaftsbrücke", die den Paraná-Fluß überspannt, treffe ich auf noch interessiertere paraguayische Beamte: Sie blättern den Paß von vorn bis hinten durch und haben sichtbare Freude an den vielen afrikanischen Visa, Marken und Stempeln. Nicht der geringste Versuch, mit irgendwelchen fadenscheinigen Begründungen Schmiergeld aus meinen Taschen zu extrahieren. Paraguay ist eigentlich für seine korrupten Beamten berüchtigt.



So schlimm hier in Paraguay? Ein Fahrradladen in Ciudad del Este.

Einige Kilometer hinter der Grenze steht am Straßenrand das Schild "Christels Deli - Deutsche Wurst". Deli scheint für Delikatessen zu stehen. Neugierig gehe ich in den kleinen Laden, und der Herr hinter der Theke spricht tatsächlich Deutsch.

Rolf stammt aus Österreich, Christel aus der Nähe von Frankfurt. Die beiden sind seit acht Jahren in Paraguay. Nach längeren Reisen durch die Welt seien für sie nur die Philippinen oder Paraguay zum Auswandern in Frage gekommen. Rolf meint: "Paraguay hat den Vorteil, daß es hier nichts Besonderes gibt. Und wenn eine Revolution kommt, dann nicht ohne Wissen der USA. So eine Revolution wird dann nicht so schlimm ausfallen."

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