Asuncion, Paraguay, 13.03.2002 (26208 Kilometer)
Ebenso unglaublich, was dann am Geldautomaten passiert: Der elektronische Angestellte fragt mich, ob ich paraguayische Guaranies oder US-Dollar haben will. Aus reiner Neugier bitte ich um 50 Dollar, und der Automat spuckt tatsächlich eine grüne Banknote aus. Auch das wäre in vielen Ländern Afrikas völlig undenkbar. Wo die Währungen schwach und nicht konvertierbar sind, kommt man überhaupt nicht an harte Devisen heran, in anderen Ländern muß man nachweisen, daß man ins Ausland reist. Dann bekommt man, abhängig von der Reisedauer, einen limitierten Betrag.

Ein sehr eigenartiges Lehrbeispiel gab es in Äthiopien. In Addis Abeba wollte ich die 700 Dollar, die meine Mutter mitgebracht hatte, in Reiseschecks umtauschen. Wegen der häufigen Überfälle im Norden Kenyas ist es nicht unbedingt angeraten, dort mit einem derart hohen Barbetrag aufzutauchen.
Mit ein bis zwei Prozent Gebühren beim Kauf von Schecks hatte ich gerechnet, aber nicht damit, daß das Geld zunächst in äthiopische Birr gewechselt werden muß. Für die äthiopischen Birr - so sagte die Dame am Bankschalter - könne ich dann Dollar-Reiseschecks kaufen (natürlich zu einem ungünstigeren Rückwechselkurs). Wenn ich aber Dollars kaufte, bräuchte ich ein Flugticket, um nachzuweisen, daß ich eine Auslandsreise mache.
Daß ich die Dollars bereits in der Hand hatte, spielte dabei überhaupt keine Rolle. Ich hatte zuvor schon etliche andere Banken abgeklappert - es war überall dasselbe.
weiter