Foz do Iguazu, Brasilien, 03.03.2002 (25854 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7   Abschied von der Küste

Rogério hat mich am Straßenrand aufgelesen, als ich wieder einmal von Krämpfen in den Beinen gepeinigt wurde. Es ist der erste Tag nach dem Aufbruch aus Curitiba. Der erste Tag nach einer längeren Pause ist immer der gefährlichste. Eine zufriedenstellende Erklärung für dieses Phänomen hat mir noch niemand geben können. Tatsache ist, daß ich an diesen "ersten Tagen" stets wesentlich mehr Salz ausschwitze als an den darauffolgenden Radeltagen.



Die Fazienda "Roma" in der Nähe von Curitiba.

Am Abend lädt mich Rogério zu hervorragendem brasilianischen Rindfleisch ein, das er über dem offenen Feuer im Küchenkamin brät. Wir unterhalten uns in einer Mischung aus Englisch und Deutsch. Wie sein Nachname verrät, ist er deutschstämmig. Sein Ururgroßvater war im 19. Jahrhundert nach Brasilien übergesiedelt.

Die Familie lebte früher neben vielen anderen Deutschstämmigen im Bundesstaat Santa Catarina, ein paar Hundert Kilometer weiter im Süden. Dort haben sie Deutsch in der Familie gesprochen. Als die Kuhns dann nach Irati im Bundesstaat Paraná gezogen sind, wies der Lehrer die Eltern an, auch zu Hause Portugiesisch zu sprechen. "Ich verstehe Deutsch noch sehr gut", sagt Rogério auf Englisch, "aber sprechen kann ich es nicht mehr richtig."

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