Foz do Iguazu, Brasilien, 03.03.2002 (25854 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6 | Seite 7   Abschied von der Küste

Ähnlich ergeht es den Armen in den Städten. Sie sind Arme unter vielen Reichen. Ein wesentlicher Unterschied zu Schwarzafrika, wo der Reiche die Ausnahme ist. Neben Bettlern sieht man in den Städten viele, die Dienste leisten, die eigentlich keiner so richtig braucht. Zum Beispiel Einweiser in Parklücken oder Windschutzscheibenputzer an Ampelkreuzungen. Manche Autobesitzer akzeptieren das System und drücken den Mikrogewerbetreibenden ein paar Münzen in die Hand.

Skurril war der Alte mit seiner Kapitänsmütze in der Rua Barbosa in Salvador. Bewaffnet mit einer Holzlatte und einer Trillerpfeife "patrouillierte" er in dieser Straße. Allein aufgrund seines Alters hätte er gegen niemanden tatsächlich etwas ausrichten können. Aber dies ist sein Job. Er steht von morgens bis abends mit seiner Kapitänsmütze auf dieser Straße und paßt auf. Ab und zu lädt ihn jemand zu einem Imbiß oder einem Bier ein.



Rogério Luiz Kuhn (Mitte) mit Sohn und zwei Freunden. Marcio (rechts) ist Mountain Bike-Champion des Bundesstaates Paraná.

Einer der wohlhabenden Brasilianer ist Rogério Luiz Kuhn. Er vertreibt Marmor, züchtet Schweine und hat im Städtchen Irati drei Textilwarenläden. Seinen Erfolg führt er aber nicht allein auf harte Arbeit zurück, sondern auch auf Glück. Das macht ihn sehr sympathisch. Vor acht Jahren war er noch bei einem Bauern als Landarbeiter angestellt. In Brasilien, sagt er, könne es für den einzelnen sehr plötzlich bergauf gehen, aber auch schnell bergab. Es gebe hier ja schließlich keine soziale Absicherung wie in Deutschland.

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