Foz do Iguazu, Brasilien, 03.03.2002 (25854 Kilometer)
Unter den Fußgängern auf dieser Strecke sind auch viele Landstreicher. Ausnahmslos trägt jeder einen großen Kunstfasersack bei sich, in dem er die Getränkedosen sammelt, die Autofahrer aus dem Fenster geworfen haben. Jede Dose bringt fünf Pfennige beim Altmetallhändler.
Einen besser situierten Landstreicher treffe ich bei der Stadt Registro - er ist mit dem Fahrrad unterwegs. Auf seinem Gepäckträger hat José den obligatorischen Sack für die Aludosen, des weiteren eine Zweiliter-Wasserflasche und ein bißchen Kleidung. Viel mehr scheint er nicht zu besitzen.

José zeigt mir seinen Arbeitspaß. Den Eintragungen zufolge hat er vor einem Jahr noch in fester Anstellung gearbeitet. Dann zückt er seinen Ausweis - und ich erschrecke leicht, als mein Blick auf sein Geburtsdatum fällt: Ich habe ihn auf Anfang 50 geschätzt, aber er ist erst 39! Sein lückenhaftes Gebiß und das gegerbte Gesicht machen ihn nicht unbedingt jünger.
Hungern müssen die Landstreicher auf dem Weg von der Küste nach Curitiba nicht. Die Straße führt durch endlose Bananenplantagen, wo man sich bedienen kann, ohne die Besitzer ernsthaft zu schädigen. In dieser Gegend wird ein ganzes Bündel Bananen am Straßenrand für einen Real verkauft, knapp eine Mark. Hunger müssen die Landstreicher also nicht leiden - aber sie sehen ständig den Reichtum an sich vorbeifahren.
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