Curitiba, Brasilien, 16.02.2002 (25193 Kilometer)
Rio de Janeiro hat den Ruf, einer der gefährlichsten Orte der Welt zu sein. Es ist das typische Problem einer Großstadt: Die sozialen Unterschiede treten auf solch engem Raum deutlicher zu Tage als in den dünner besiedelten Gebieten. Und die sozialen Unterschiede sind kraß in Brasilien. 30% der Bevölkerung führt ein modernes Erste-Welt-Leben, während über die Hälfte mit etwas mehr als dem Existenzminimum oder auch mit weniger auskommen muß.

Am Rande der Metropolen stranden außerdem viele Menschen vom Lande, die in der trügerischen Hoffnung kommen, Arbeit zu finden und ein bequemeres Leben führen zu können.
Ein Drittel der sieben Millionen Einwohner Rio de Janeiros - so wird geschätzt - lebt in Favelas, den Armensiedlungen, die sich an den Berghängen hinaufziehen. Im Vergleich zu Afrikas Armensiedlungen mögen diese Favelas beinahe komfortabel wirken, doch sie stehen im herben Kontrast zu den Villen der Reichen, die hinter Mauern mit Elektrozäunen leben, bewacht von gut organisierten Sicherheitsfirmen. Armut ist ja im wesentlichen eine relative Erscheinung. Sie trifft einen nicht so hart, wenn die anderen auch alle arm sind.
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