Rio de Janeiro, Brasilien, 1.02.2002 (24176 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6   Strand-Spaziergang

In dem ruhigen Strandort Cumuruxatiba wohne ich zwei Tage bei dem Schweizer Jeff, der für fünf Mark die Nacht kleine einfache Zimmerchen vermietet. Jeff, ein ehemaliger Basketball-Nationalspieler, ist 40 Jahre alt und lebt mit seiner Familie seit 1995 in Brasilien. Seine Frau Myriam stammt aus Guadeloupe, sie ist also Französin.

Das Aufenthaltsrecht in Brasilien garantiert den beiden ihr Sohn. Eine Woche vor seiner Geburt ist Myriam nach Brasilien eingeflogen, um ihn dort zur Welt zu bringen, wodurch er automatisch die brasilianische Staatsangehörigkeit bekam. Wenn er volljährig wird, kann er sich entscheiden, ob er statt dessen die schweizer oder die französische Staatsangehörigkeit annehmen will.



Nach einwöchigem Dauerregen ist die BR-101 eingebrochen. Das Fernsehen ist auch schon da.

Diese Regelung führte in den 70er Jahren einmal zu einer skurrilen Situation, als ein Flugzeug, das aus Buenos Aires kam, wegen einer Frühgeburt in Brasilien notlanden mußte. Der Neugeborene war nun Brasilianer, und da man als Brasilianer zu der Zeit noch ein 1000 Dollar teures Ausreisevisum brauchte, um das Land zu verlassen, verlangten die Behörden von der argentinischen Mutter diesen Betrag, falls sie mit ihrem Sohn weiterreisen wollte. Es dauerte ein paar Tage, bis sich die Behörden zu einer Ausnahmeregelung durchringen konnten.

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