Rio de Janeiro, Brasilien, 1.02.2002 (24176 Kilometer) Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6   Strand-Spaziergang

Auf den letzten vier Kilometern vor Corumbau wird das Schieben durch den Sand zu einem harten Kampf. Der Untergrund ist nun so weich, daß es eigentlich kein Schieben mehr ist, sondern ein Stemmen, Ziehen und Zerren. Beliebig lange Pausen kann ich mir allerdings nicht erlauben, weil das Wasser ja langsam wieder steigt. Vier Stunden brauche ich insgesamt für die 12 Kilometer.

Zum Schluß trennt mich nur noch ein schmaler Fluß von dem Dörfchen Corumbau. Ein Mann kommt in seinem Einbau zum Ufer und bietet mir an, mich für fünf Mark rüberzubringen. Fünf Mark für die paar Meter? Wir handeln, aber unter zwei Mark will er nicht gehen. Ich lehne ab. Dann wate ich eben durch den Fluß.



Idylle in den Atlantikbuchten.

Barfuß mache ich ein paar Schritte in den Fluß hinein und stehe schon bis zum T-Shirt im Wasser. Noch zwei Schritte - und ich schwimme. Und treibe sogleich ein paar Meter ab. Kein Boden mehr unter den Füßen. Von wegen durchwaten!

Ich paddele zurück, maskiere das Gesicht mit dem Ausdruck von Langeweile und marschiere am Ufer auf und ab. Zu hoch gepokert? Den Einbaumfahrer will ich auf keinen Fall wieder herbeirufen. Wahrscheinlich würde er auch nicht noch einmal kommen.

Doch ich habe Glück. Ein Fischer steuert mit seinem Motorkahn auf mich zu und bietet mir die Überfahrt an. Er will fünf Mark. Wir handeln und landen bei zwei Mark. Ich schlage ein.

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