Cumuruxatiba, Brasilien, 14.01.2002 (20439 Kilometer)
Caraiva ist ein kleines Fischerdorf, von dem die Reiseführer schwärmen: keine Autos, kein Strom, kein fließend Wasser. Idylle pur. Sobald so etwas in den Reiseführern steht, ist es um solch einen Ort natürlich geschehen.
Über eine 30 Kilometer lange Piste fährt man an das Flußufer vis-à-vis Caraiva. Auf dem Parkplatz dort stehen die Autos der vielen Besucher dieses idyllischen Ortes. In Booten überquert man den Fluß. Das Fahrrad kann ich mitnehmen.

Autos gibt es drüben wirklich nicht, da auch von Süden her keine Straße bis nach Caraiva vordringt. Fließend Wasser hat dagegen inzwischen jede der unzähligen Unterkünfte - darauf wollten die meisten Besucher wohl doch nicht verzichten. Und so ganz auf Elektrizität offenbar auch nicht. Deswegen laufen jetzt überall Generatoren. Hämmernde Dieselmotoren um dich herum - den ganzen Tag, die ganze Nacht.
Gleich am nächsten Tag reise ich weiter. Da es nicht einmal einen Fußpfad gibt, bleibt mir für die Weiterreise nach Süden nur der Strand, der breit genug ist, wenn ich auf Ebbe warte. Der Sand sei fest, man könne die 12 Kilometer nach Corumbau radeln, sagen die Einheimischen. Dort gibt es dann wieder eine Erdpiste.
Am Morgen warte ich also, bis gegen 10 Uhr das Wasser weit genug zurückgegangen ist. Die ersten 800 Meter kann ich tatsächlich radeln.